Ein Mittel der psychotherapeutischen Intervention bei Borderline-Patienten ist eine Form der sogenannten kognitiven Umstrukturierung, einer Art der Verhaltenstherapie. Hierbei soll ein Veränderungsprozesse im Denken des Patienten in Gang gebracht werden. Besonders werden hier die kognitiven Attributionen untersucht und gegebenenfalls bearbeitet. „Attributionen“ sind Eigenschaften oder Merkmale, die man auf Menschen oder Dinge projiziert, also etwas höchst Individuelles.  Borderline-Patienten neigen dazu, ihre schwankenden Emotionen direkt und ohne innere Kontroll-Instanzen auf andere Menschen zu projizieren beziehungsweise zu attribuieren. So wird die instabile innere Gefühlsrealität des Patienten zur scheinbaren äußeren Realität. Hier fehlt ein funktional intakter Abstand von Subjektivität und Objektivität. Die meisten sozialen Probleme von Borderline-Patienten haben ihre Ursache in einer Fehlattribution von pathologisch gefärbten, instabilen Emotionen auf einen anderen Menschen. Dies geschieht in aller Regel völlig ungewollt, ungesteuert und unkontrolliert. Der BPS- Patient kann im Rahmen einer intensiven kognitiven Umstrukturierung lernen, seine Gefühle zunächst als etwas Eigenes zu erleben und nicht unreflektiert auf die Außenwelt zu beziehen, so kann er sich im Idealfall aus dem Teufelskreis seiner sozialen Konflikte ein Stück weit befreien. Kognitive Umstrukturierung ist kein eigenständiges Therapieverfahren, sondern Element vieler kognitiv-verhaltenstherapeutisch orientierter Therapien.