Zur Entstehung der Borderline- Erkrankung spielen zwei Faktoren eine wichtige Rolle:

 

1. Veranlagung

 

2. Auslöser wie:

 

- Missbrauch

- Misshandlung

- schwere Schicksalsschläge

- emotionale Vernachlässigung und Abwertung

- Überbehütung

 

Dies führt dann zu folgendem Ergebnis:

 

- gestörtes Selbstbild

- fehlendes Selbstbewusstsein

- Panikattacken

- Innere Leere (nicht Langeweile!)

- starke Stimmungsschwankungen

- Regulationsstörungen (Emotionen sind nicht steuerbar und sehr stark)

- Beziehungsstörungen (Abhängigkeiten, starkes auf- oder abwerten der Bezugsperson)

- Realitäts- und Wahrnehmungsstörung bis zur Dissoziation, Flashbacks und Panikattacken, Wut und Gewaltausbrüche

- verminderte Kritikfähigkeit

- Angst vor Zurückweisung

- Suizidgedanken und Versuch(e)

- selbstzerstörerische Handlungen (ritzen, verätzen, Haare ausreißen...)

 

Aus diesen Symptomen entstehen im Alltag sehr viele Probleme. Die einfachsten Entscheidungen, wie zum Beispiel welches Brot soll ich kaufen, werden gefühlt zu Entscheidungen, die Lebenswichtig sind.

Eine Identifikation ist nur über das Umfeld möglich, wobei hinter jedem Lob immer eine Kritik gesucht wird.

 

Tipps von Angehörigen, wie „Du mußt eben mal ein bisschen positiv denken“ führen nur zu Selbstvorwürfen und zu einem schlechten Gewissen! Borderliner sind Meister darin, aus einer Fliege einen Elefanten zu machen und werden immer in jeder Aussage von ihrem Gegenüber etwas negatives oder kritisches erkennen. Dies macht die zwischenmenschlichen Beziehungen so enorm schwierig, oder gar unmöglich. Was bedeutet, der Borderliner ist ein kompletter Einzelgänger oder ein absoluter „Klammeraffe“

Durch eine fortwährende Gedankenspirale ist die Konzentrationsfähigkeit oftmals sehr eingeschränkt und alltägliche Dinge können nicht erledigt werden. Das Umfeld könnte dies als schlampig und unzuverlässig oder desinteressiert deuten und kritisieren. Der daraus entstehende Gedanke wäre dann etwa „Ja klar, mein Partner hat recht, ich bin zu unfähig die Wäsche zu bügeln, zu kochen, abzustauben, etc.... Ich bin eine schlechter Mensch, ein furchtbarere Partner, bin es nicht wert, geliebt zu werden, also wird mich mein Partner sowieso bei nächstbester Gelegenheit verlassen!“ Die Folge kann dann eine Panikattacke oder ein impulsives Verhalten sein.

Borderliner brauchen vielleicht sogar Hilfe, um zu der Erkenntnis zu kommen, das sie Hilfe brauchen und es wert sind, diese Hilfe auch zu bekommen!

Gedankenkontrolle und Verhaltenskontrolle können unter Anleitung aber ohne Druck erlernt werden. Ein Borderliner braucht ein starkes Sicherheitsnetz, viel Verständnis und evtl. auch eine vorgegebene Struktur, die aber nicht in Beton gemeißelt sein sollte. Borderline ist nicht heilbar, aber durch erlernen verschiedener Praktiken können Panikattacken oder selbstzerstörerische Handlungen vermieden oder gelindert werden.

 

 Beispiel für eine Reaktion, wer als Kind vernachlässigt und (emotional) alleine gelassen und immer wieder verlassen wurde, wird bei der kleinsten Ahnung in diese Richtung sofort Panik bekommen.

 

 Für mich ist diese Erkenntnis eine Chance zur Schmerzlinderung. Ich versuche es als „das Monster auf meiner Schulter“ zu sehen, dass mir jetzt wieder einredet, ich sei nicht liebenswert und werde verlassen, ich bin nichts wert. Wenn ich diesem Monster sagen kann „tritt mal auf die Bremse, hör auf so einen Quatsch zu behaupten“ kann ich mir die Zeit nehmen und erstmal darüber nachdenken, ohne dass mich diese negative Emotionen terrorisieren!

Yvonne